Bericht „Verkehr in Europa“ Mai–Juli 2025

- Author: Roberto Garcia

Herausgegeben vom Polnischen Institut für Straßentransport (PITD) in Zusammenarbeit mit der Trans.eu-Gruppe

Das Polnische Institut für Straßentransport (PITD) hat in Zusammenarbeit mit der Trans.eu-Gruppe seinen neuesten Bericht über den europäischen Straßengüterverkehr veröffentlicht, der einen insgesamt optimistischen, wenn auch vorsichtigen Ausblick für den gesamten Kontinent zeichnet: Die Nachfrage wächst, doch das System bleibt weiterhin unter Druck.

Der Bericht „Transport in Europa 3/2025“, erstellt vom PITD mit Unterstützung der Trans.eu-Gruppe, analysiert den europäischen Markt für Straßengütertransporte im Zeitraum von Mai bis Juli 2025.

Basierend auf Daten von Trans.eu, einem der führenden europäischen Transportmarktplätze, war dieses Quartal von deutlicher Volatilität, Anzeichen einer beginnenden Erholung und anhaltenden strukturellen Ungleichgewichten geprägt. Trotz eines spürbaren Anstiegs der Nachfrage steht das System weiterhin unter erheblichem Druck.

Wachstum der Transportvolumina und Rückgang der verfügbaren Kapazitäten

Die Transportvolumina nahmen auf den meisten Hauptstrecken zu, während gleichzeitig die Verfügbarkeit von Frachtführern zurückging. Diese Entwicklung führte im untersuchten Quartal zu einem allgemeinen Anstieg der Spotmarktpreise. Das Ungleichgewicht zwischen Angebot und verfügbarer Kapazität war insbesondere in Westeuropa deutlich ausgeprägt.

Marktdynamik und Preistrends

Der Markt zeigte im Mai und Juni eine allmähliche Stabilisierung, gefolgt von einer deutlichen Korrektur im Juli, die in der Branche umgangssprachlich als die „Julibeben“ bezeichnet wird.
In dieser Zeit stiegen die Transportangebote auf den meisten europäischen Routen innerhalb des Trans.eu-Marktplatzes stark an, während die Suche nach verfügbaren Frachtführern deutlich zurückging.

Die höchsten Preissteigerungen wurden auf Routen wie Frankreich–Spanien (+16 %), Deutschland–Niederlande (+15 %) und Deutschland–Frankreich (+14 %) verzeichnet.
Besonders die Route Frankreich–Spanien wies im Juli mit +15,9 % einen der größten Preisanstiege auf, was auf steigende Kraftstoffkosten und begrenzte Transportkapazitäten während der landwirtschaftlichen Erntesaison zurückzuführen ist.

Entwicklung in Spanien und anderen kontinentalen Märkten

In Spanien wurde die Transportnachfrage stark von saisonalen Mustern, insbesondere von landwirtschaftlichen Exporten nach Frankreich und anderen Zielen, beeinflusst.
Die bereits erwähnte Route Frankreich–Spanien verzeichnete einen der höchsten Preisanstiege (+15,9 %), was sowohl die höheren Kraftstoffkosten als auch die eingeschränkte Kapazität während der Erntesaison widerspiegelt.

Obwohl die Zahl der Transportangebote zwischen Spanien und Frankreich im Jahresvergleich um 57 % zunahm, ging die Zahl der Frachtsuchen durch Transportunternehmen zurück – ein klares Zeichen dafür, dass die Nachfrage das Angebot übersteigt.
Experten erwarten, dass Spanien seinen Aufwärtstrend bis Ende 2025 beibehalten wird, gestützt durch eine robuste Verbrauchernachfrage und tourismusgetriebene Logistikaktivitäten.

In anderen wichtigen Märkten zeigen sich nach Monaten der Stagnation erste Anzeichen einer Erholung, angetrieben durch eine allgemeine Belebung von Handel und Industrieproduktion.
Deutschland, die größte Volkswirtschaft Europas, verzeichnete einen deutlichen Anstieg der Aktivität, mit Zuwächsen der Frachtangebote von 96 % in Richtung Schweiz, 55 % in Richtung Tschechien und 52 % nach Belgien.
Dieser Aufschwung deutet auf eine „Wiedergeburt“ des Außenhandels hin, doch der Rückgang der Transportkapazitäten zeigt, dass die Nachfrage das Angebot deutlich übersteigt, was zu einem Preisdruck nach oben führt.

Italien stach als dynamischster Markt des Quartals hervor: Fast alle mit Italien verbundenen Routen verzeichneten zweistellige Zuwächse sowohl beim Volumen als auch bei den Preisen.
Angetrieben wurde dies durch starke industrielle Exporte und begrenzte Transportkapazitäten, wodurch das Land zum Epizentrum der Preissteigerungen wurde.

Polen hingegen zeigte nach einem schwachen ersten Quartal eine uneinheitliche Erholung.
Die Exportaktivität nahm insbesondere in Richtung Deutschland, Niederlande und Türkei zu, doch polnische Transportunternehmen stehen unter starkem Wettbewerbsdruck durch osteuropäische Anbieter (z. B. Rumänien, Litauen, Ukraine) mit niedrigeren Kosten.
Zudem stellen neue gesetzliche Anforderungen, wie die Pflicht zur Aktualisierung digitaler Tachographen, eine zusätzliche Belastung dar.
Dennoch zogen die polnischen Frachtraten an, gestützt durch knappe Kapazitäten und steigende Betriebskosten.

Ausblick für das 4. Quartal 2025 und den Beginn des Jahres 2026

Kurzfristig erwarten Branchenexperten eine moderate Stabilisierung in der zweiten Hälfte des Jahres 2025.
Im November und Dezember wird ein Preisanstieg erwartet, da Transportunternehmen versuchen, feste Routen für das kommende Jahr zu sichern.

Langfristig, zu Beginn des Jahres 2026, dürfte sich das Wachstum verlangsamen.
Einige Prognosen deuten auf einen leichten Preisrückgang (–2 bis –3 %) im Jahresvergleich hin, falls die wirtschaftliche Nachfrage schwach bleibt.

Trotz dieser kurzfristigen Schwankungen bleiben die strukturellen Grundlagen des Marktes unverändert:
Hohe Betriebskosten, anhaltender Fahrermangel und strengere Umweltvorschriften werden die Preisniveaus bis 2026 weiterhin auf einem hohen Stand halten.